
Gut 40 Vertreter von Mitgliedern, Partnerverbänden und Behörden kamen kürzlich zur Generalversammlung 2026 von GebäudeKlima Schweiz (GKS) in die Empa-Akademie nach Dübendorf. (Bilder: zVg)
Thomas Bürgisser/FL
Intensives und erfolgreiches Jahr
An der Generalversammlung 2026 schaute GebäudeKlima Schweiz auf ein intensives Jahr zurück und zeigte, welche Herausforderungen 2026 anstehen. Gleichzeitig freut sich der Hersteller- und Lieferantenverband der Heizungs-, Lüftungs- und Klimatechnik über steigende Mitgliederzahlen und die rege Nutzung seiner Angebote.
Knapp 40 Vertreter von Mitgliedern, Partnerverbänden und Behörden kamen kürzlich zur Generalversammlung 2026 von GebäudeKlima Schweiz (GKS) in die Empa-Akademie nach Dübendorf. In seiner Begrüssung schaute Präsident René Schürmann auf ein intensives Jahr mit herausfordernder Marktlage zurück. Zwar stiegen die Verkaufszahlen der Wärmeerzeuger 2025 insgesamt wieder, der Wärmepumpenabsatz aber stagnierte. Gleichzeitig prägten neue regulatorische Vorgaben die Branche. Dazu gehört die Chemikalien-Risiko-Verordnung (ChemRRV), die ab 2027 das Inverkehrbringen von Wärmepumpen mit in der Luft stabilen Kältemitteln verschärft.
Für viel Gesprächsbedarf sorgten auch die Recyclingvorgaben zu elektrischen und elektronischen Geräten, die die Gebäudetechnik künftig stärker betreffen werden. Zwei von vielen politischen Geschäften, zu denen sich der Hersteller- und Lieferantenverband der Heizungs-, Lüftungs- und Klimatechnik im Rahmen der Vernehmlassung äusserte.
GKS-Forecast stimmt positiv
Diese Themen bleiben auch 2026 zentral, wie Geschäftsleiter Marco von Wyl im Tätigkeitsprogramm aufzeigte. Zwar verzeichnen die Wärmepumpen-Marktzahlen im ersten Quartal wieder ein Plus. Auch der Forecast, den GKS seit vergangenem Jahr als Planungshilfe für die teilnehmenden Mitglieder erstellt, stimmt positiv. Die Prognosen bleiben aber unsicher, auch aufgrund der aktuellen Weltlage.
Bei den neuen Recyclingvorgaben verabschiedet der Bundesrat voraussichtlich im Oktober die Liste der betroffenen Geräte. Anschliessend soll gemeinsam mit SENS eine Branchenlösung erarbeitet werden.
Bei der ChemRRV brachte sich GKS in den letzten Monaten beim Bundesamt für Umwelt intensiv bei der Definition des «Stand der Technik» ein. Das Ende April 2026 publizierte Papier enthält nun unter anderem eine Ausnahmeregelung für innenaufgestellte Wärmepumpen. Als nächster Schritt ist die Erarbeitung der BAFU-Vollzugshilfe geplant, auch zur Unterstützung von Installations- und Planungsunternehmen.
Webinare stossen auf grosses Interesse
Die ChemRRV war auch Thema eines der Webinare, die GKS seit letztem Jahr regelmässig durchführt. Mit 450 Teilnehmern war das Interesse am digitalen Informationsangebot Anfang Mai riesig, freute sich Marco von Wyl. Auch weitere Angebote von GKS stossen in der Branche auf viel Zustimmung. Dazu gehören die Fachgruppen, in denen sich Mitglieder bereichsspezifisch austauschen und gemeinsam Lösungen erarbeiten.
Oder der Bildungsbereich: Insgesamt 127 Teilnehmer absolvierten 2025 das Grundlagen- beziehungsweise Vertiefungsmodul des Lehrgangs Fachfrau/Fachmann für Wärmesysteme.
An der Generalversammlung konnte René Schürmann dann auch fünf neue Mitglieder vorstellen, womit GKS inzwischen von über 30 Herstellern und Lieferanten der Heizungs-, Lüftungs- und Klimatechnik getragen wird. Zusätzlich ist Gazenergie neu Partnermitglied.
Zum Abschluss des statutarischen Teils hiessen die anwesenden Mitglieder einstimmig das Budget 2026 gut, nachdem sie zuvor bereits Bilanz und Erfolgsrechnung 2025 verabschiedet sowie den Vorstand bestätigt hatten.
Ist die Wärmepumpenbranche SmartGridready?
Im Anschluss an den statutarischen Teil sprach Maike Schubert von SmartGridready über die Herausforderungen des zukünftigen Stromnetzes. Die Solarstromproduktion wird ausgebaut, Mobilität und Heizung werden elektrifiziert. Es wird zunehmend anspruchsvoller, Stromproduktion und -verbrauch in Einklang zu bringen.
Neben dem Ausbau der Netzkapazitäten sieht SmartGridready die Lösung auch in der intelligenten Nutzung dezentraler Flexibilitäten. Dabei spielen auch Wärmepumpen eine entscheidende Rolle, um im Sommer über die Warmwassererzeugung Einspeisepeaks zu reduzieren oder im Winter durch gezielte Verschiebungen Leistungsspitzen im Strombezug zu senken. Wichtig dafür ist, zusätzlich zur Integration in Energie-Managementsysteme, eine geeignete Ansteuerbarkeit der Wärmepumpen. Einfache Formen davon sind bereits möglich, komplexere Lösungen sind jedoch erst in Entwicklung.
Beim anschliessenden Stehlunch …
… nutzten die Teilnehmer die Gelegenheit zum persönlichen Austausch. Interessierte erhielten danach im Rahmen einer Führung Einblick in die Forschungsarbeit der Empa. Vorgestellt wurden unter anderem Höchstleistungsdämmstoffe, Dämmstoffe aus Pflanzenkohle sowie die Energieforschungsplattform «Energy Hub». Diese untersucht gemeinsam mit Partnern, wie sich das Energiemanagement von einzelnen Komponenten bis hin zu ganzen Quartieren optimieren lässt – unter anderem auch mit unterschiedlichen Wärmepumpensystemen.



